Nahverkehrsfreunde mit langer Tradition

Während die meisten Vereinigungen von Verkehrs- und Eisenbahnfreunden erst in den 1960er und 70er Jahren gegründet wurden, kann der SVB bereits auf eine über 80-jährige Tradition zurückblicken.

In den 1920er Jahren scharte der Berliner Norbert Loßberger (1905 – 1978) Verkehrsfreunde um sich und gründete am 1. Oktober 1932 einen Sammlerkreis unter dem Namen „Vereinigung Deutscher Fahrscheinsammler und Verkehrsfreunde“. Er befasste sich mit dem Tausch von Fahrscheinen, Informationsmaterialien, Zeitungsausschnitten und teilweise schon Bildern von öffentlichen Verkehrsmitteln. Nach 1933 musste sich der Verein zwangsweise verschiedenen Sammlergruppen unter dem Dach des Kdf-Verbandes (KdF: Kraft durch Freude – eine Freizeitinstitution der Deutschen Arbeitsfront). anschließen.

In dieser Zeit entwickelte sich der Sammlerkreis zu einem überregionalen Tauschring. Das Mitgliederverzeichnis vom Jahre 1944 führt 96 Mitglieder, verteilt über das gesamte damalige Reichsgebiet, auf. Ein großer Teil der im späteren Westdeutschland wohnenden Verkehrsfreunde schloss sich nach dem Kriege unter Günter Stetza zum Verband Deutscher Verkehrs-Amateure zusammen.

Noch bis Januar 1945 trafen sich die Berliner Sammlerfreunde regelmäßig in einem Neuköllner Lokal. Ebenso lange erschien auch regelmäßig ein Mitteilungsblatt, das zunächst Günter Stetza aus Essen und später der bekannte Verkehrsfreund Friedrich Grünwald (1906 – 1947) zusammenstellte. Dieses diente der Verbreitung von Angeboten und Suchwünschen der Mitglieder untereinander.

Bereits im .August 1945 trafen sich unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft der Fahrscheinsammler und Verkehrsfreunde Sitz Berlin“ wieder Mitglieder der alten Sammlergruppe.

Nachdem ab 1946 Günter Stetza in Essen ein Mitteilungsblatt für ganz Deutschland unter dem Namen „Der Sammlerbrief“ herausgab wurden keine eigenen Mitteilungen für die Berliner Mitglieder mehr herausgegeben. Die relativ kleine Berliner Mitgliedergruppe traf sich in den 50er Jahren zunächst in der Privatwohnung von Norbert Loßberger. Ab September 1956 gab es auch wieder regelmäßige Sammlerabende in Lokalen.

1963 wurde dann der „Sammlerkreis Verkehr Berlin“ in der heute noch bestehenden Struktur gegründet und am 8.8.1972 in das Vereinsregister eingetragen.

Ein regelmäßiges Mitteilungsblatt gab es zunächst nicht. Norbert Loßberger erstellte etwa monatlich eine Doppelseite, die sich mit Betrachtungen zur Berliner Verkehrsgeschichte, in erster Linie mit der Straßenbahn befasste. Erst ab Mitte der 60er Jahre wurden diese Seiten um Hinweise auf interessante Artikel in Zeitungen und Zeitschriften ergänzt.

Die 70er, 80er und 90er Jahre wurden im Wesentlichen von Dieter Gammrath geprägt. Zunächst als Schriftführer und seit 1978 als erster Vorsitzender gab er seit Mai 1970 ein Mitteilungsblatt mit aktuellen Meldungen über Veränderungen der öffentlichen Verkehrsmittel in West- und Ost-Berlin heraus.

Im März 2000 löste Bernd Freimann Dieter Gammrath als 1. Vorsitzender ab. Die Herausgabe des monatlichen Mitteilungsblattes erfolgte zunächst durch ein Redaktionsteam. Leider wurde das monatlich erscheinende Mitteilungsblatt zum Ende des Jahres 2001 aus personellen Gründen eingestellt.

Im Jahre 2016 hatte der SVB 80 Mitglieder, die zumeist im Berliner Raum wohnen. Diese setzen sich aus allen Alters- und Berufsschichten zusammen.